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Neujahrsansprache von Bürgermeisterin Claudia Lange

Liebe Erzhäuserinnen,
liebe Erzhäuser,
liebe Freunde der Gemeinde Erzhausen,

 

am vergangenen Sonntag war das Bürgerhaus für unseren Neujahrsempfang reserviert. Sie, die Gäste, hätte ich im Namen des Gemeindevorstands willkommen geheißen. Wir hätten einen speziellen Neujahrsempfang gehabt, denn die Kommunalwahl steht unmittelbar bevor, und die Gemeindevertreter hätten das Forum genutzt um mit Ihnen über die Entwicklung von Erzhausen, Ihre Wünsche und Ihre Anregungen zu sprechen. Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, hätten die bekannten und die neuen Kandidat*Innen aller Fraktionen und des künftigen Ausländerbeirates vor Ort sehen und einige von ihnen persönlich sprechen können. In diesem Jahr soll es leider nicht sein.

Wenn ich in meine Rede vom letzten Jahr schaue, ist wenig von den Plänen und Vorstellungen für das Jahr 2020 übriggeblieben. Die Corona Pandemie hat ein anderes Drehbuch geschrieben, und das fing kurz nach dem letzten Neujahrsempfang an.

 

Corona und die Folgen

Glücklicherweise konnten wir in Erzhausen noch den AEWG Fastnachtsumzug und die Kampagnen durchführen. Ausgelassen, bunt und in eine andere Welt entrückt, eng aneinandergedrängt und gemeinsam schunkelnd haben wir über die Späße gelacht, über vorgehaltene Spiegel geschluckt, die Gardetänze bewundert und uns in ferne Kulturen entführen lassen. „Ma hat ma Glück, ma hat ma Pech, Mahatma Gandhi.“ … und schon taucht alles wieder aus der Erinnerung auf.

Die Ski-Freizeit der Jugendlichen in den Osterferien war Anfang März das erste Opfer der Corona-Pandemie in Erzhausen. Am 12. März mussten wir das für den 14. März 2020 geplante Gospel Konzert Black & White absagen, bevor die Bürgermeister am 15.3. zur Krisensitzung nach Dieburg geladen wurden, um am 16. März den Lock Down umzusetzen. Dem fiel unmittelbar die mit viel Aufwand vom Ortskundlichen Arbeitskreis sorgsam geplante Gedenkwoche zu 75 Jahren Frieden zum Opfer. Was dann folgte, war für alle eine außergewöhnliche Zeit. Viele Gewerbebetriebe, Unternehmer und Dienstleister sowie deren Angestellte hatten zum großen Teil eine Vollbremsung, während andere sich vor plötzlicher Mehrarbeit kaum retten konnten. Schulkinder und Kindergartenkinder waren von heute auf morgen zu Hause, deren Eltern mussten zunächst die Betreuung organisieren, kurze Zeit später wurden auch sie ins Homeoffice geschickt und teilten sich Tische, Sitzplätze und Computer mit den anderen Familienangehörigen. Angst, Verunsicherung, Frust und Ärger auf der einen Seite, plötzlich mehr Zeit für die Familie, weniger Termindruck, Zeit für Freizeit und Sport auf der anderen Seite.

Eine bemerkenswerte Gemeinschaftsaktion gelang, als die Gemeinde Erzhausen zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr, dem DRK und der Heegbach Apotheke am Tag vor Einführung der Maskenpflicht im ganzen Ort Masken verteilte – zu einer Zeit, als es noch eine Herausforderung war, überhaupt welche zu bekommen. Viele geplante Ehrungen, Veranstaltungen und Mitgliederversammlungen mussten abgesagt werden, Sport und Kultur wurden stark eingeschränkt und ruhten zeitweise ganz. Zur Kerb erlaubte die Gesamtsituation, dass die Kerbborsch und die Altkerbborsch den Kerbbaum aufstellten, die Familie Hausmann einen coronagemäßen Biergarten betrieb, Kerbgottesdienst und ein von den Kaltduschern toll geplanter Heegbachlauf stattfinden konnten, bevor die Lage sich im Herbst wieder zuspitzte. Leider gingen nach den Herbstferien auch in Erzhausen die Zahlen der positiv auf Corona Getesteten stark in die Höhe. Und auch die schweren Verläufe der Infektion machten vor Erzhausen nicht Halt. Erzhausen trauert um seine geschätzten, wunderbaren Mitbürgerinnen und Mitbürger, die in den letzten Wochen vermehrt von uns gegangen sind, eine ganze Reihe von ihnen mit Corona. Unser Beileid gilt ihren Angehörigen, die unter schwierigen Bedingungen von ihren Lieben Abschied nehmen mussten.

Die hauptamtlichen und ehrenamtlichen Pflegekräfte für die stationäre Pflege, die ambulante Pflege, die Helfer und Familienangehörigen sowie die Rettungskräfte haben in den letzten Monaten eine psychisch und körperlich unfassbare Arbeit geleistet, ihnen gilt an dieser Stelle mein ganz besonderer Dank.

Lassen Sie uns verantwortungsvoll und mit Vorsicht, Geduld und bewusster Freundlichkeit gegenüber anderen in die kommenden Monate gehen, bis uns die Situation wieder etwas Normalität zurückgibt.     

 

Ärger über AMTIX-kurz

Erzhausen hat eine große Agenda, und ich muss mich auf eine Auswahl beschränken. Trotz Corona sind wir einige wesentliche Schritte weitergekommen. Nicht alle kann man bereits sehen. Aber Stück für Stück werden sie sichtbar und fühlbar werden. Rückschläge gab es leider auch, die Verlegung der AMTIX-kurz Flugroute ist zum großen Ärger des Ortes Realität geworden. Es ist zu erkennen, dass viele der Argumente es vom Beginn des Konsultationsverfahrens bis in die Begründung des Bundesaufsichtsamtes für Flugsicherung geschafft haben, die Argumente der Kommunen Erzhausen, Egelsbach und Wixhausen letztlich unbeachtet verhallt sind. Geschlagen geben wir uns noch nicht und werden gegen diese hohe Lärmbelastung kämpfen, bevor die Zahl der Überflüge wieder deutlich zunimmt. Mitstreiter aus der Nachbarschaft haben signalisiert, den Weg mit uns gemeinsam gehen zu wollen.

 

Neue ICE-Strecke

Bei der neu geplanten ICE-Strecke entlang der Bundesautobahn A 5 ist jetzt die Zeit, um größtmöglichen Lärmschutz zu verlangen. Gemeinsam mit dem Landkreis, mit einer Weiterstädter Initiative sowie als selbständige Kommune wollen wir unsere Interessen in dem Verfahren nachdrücklich vertreten.

 

Kinderbetreuung

Erzhausen hat in der Kinderbetreuung (Kinder von 0 bis 10 Jahren) in den letzten Monaten einen großen Schritt nach vorne gemacht. Am 21. Januar erreichte mich die Nachricht des Jugendamtes, dass wir die Räume für die beiden zusätzlichen Gruppen der Kita Regenbogen am Hainpfad in Betrieb nehmen dürfen. Übergangsweise stehen dafür Container zur Verfügung. Deren Räume sind groß, hell, freundlich und klimatisiert. Wir können damit Eltern entlasten und Kindern, die sich auf das Spielen mit ihren Freunden freuen und ansonsten zu Hause auf einen freien Platz warten müssten, eine Zusage machen. Damit stehen uns erstmals mehr (im einstelligen Bereich) Kitaplätze zur Verfügung als Erzhausen nach den Anmeldungen und Voranfragen benötigt. Ebenfalls in der letzten Woche konnte meine Personalabteilung melden, dass wir keine offenen Erzieherstellen für unsere Kitas haben. Da Erzhausen nicht wie Nachbargemeinden über Tarif bezahlt, ist das eine besondere Leistung, für die ich an dieser Stelle meinem Fachdienst Soziales, den Kitaleitungen und Erzieher*Innen danken möchte. Hier zeigt sich gute Arbeit sowohl bei der Planung als auch in den Teams. Mein Dank geht auch an die Politik, der die Erfüllung der Betreuungspflicht für Kita-Kinder so wichtig ist, dass sie das Budget dafür bereitgestellt hat. Das ist nicht in allen Kommunen so.

Die Lessingschule hat den Pakt für den Ganztag (früher „Pakt für den Nachmittag“ genannt) gemeistert. Als ich 2019 als Bürgermeisterin begann, war die Lessingschule noch nicht einmal auf der Liste der maximal 15 Schulen, die der Kreis für 2020 für den Pakt für den Ganztag vorgesehen hatte. Dank vereinter Anstrengungen der Schule, der Gemeinde, der AWO und des Leitbild-Bildungstisches sowie Dank Unterstützung aus dem Landkreis und dem DaDiWerk schob sich die Lessingschule Ende 2019 auf Platz 7 der Liste und gehörte letztlich dazu.

Die Lessingschule hatte eine sehr schwierige Aufgabe, die Umstellung in der Corona-Zeit durchzuführen. Neben der organisatorischen und der konzeptionellen Umstellung von einer traditionellen Schule auf eine Pakt-Schule kamen die kurzfristigen, einschneidenden und sich permanent ändernden Regelungen der Corona-Verordnungen und der Hygieneanforderungen. Der Schulleitung, den Lehrkräften, der AWO und den Eltern gilt mein Dank und meine Hochachtung für diese Leistung. Die Gemeinde konnte mit einer zusätzlichen Sozialfachkraft unterstützen. Und wir hatten das Glück, genau die richtige Person für diese Aufgabe ausgewählt zu haben: mit Vorerfahrung beim Übergang in eine Paktschule, mit Organisationstalent und mit viel Empathie für die Kinder und die Beteiligten.

Das Kinder- und Jugendparlament ist nach intensiven politischen Bemühungen um den richtigen Rahmen nun in der Geschäftsordnung der Gemeindevertretung verankert, hat seine eigene Geschäfts- und Wahlordnung. Für die geplante Wahl in diesem Jahr sind die Corona-Bedingungen eine schwere Bürde. Ein persönlicher Austausch wäre jetzt wichtig, sowohl mit bereits existierenden Parlamenten in der Nachbarschaft als auch unter den Kandidat*Innen, Interessent*Innen und Wähler*Innen. Die Kinder- und Jugendförderung der Gemeinde unterstützt tatkräftig, und auch aus der Politik erfahren die Kinder und Jugendlichen Unterstützung. Die Kinder- und Jugendförderung hat sich während der Corona-Zeit einige digitale Formate einfallen lassen und war sehr aktiv. Die Ferienbetreuungen konnten unter Corona-Bedingungen durchgeführt werden. Für die tolle Leistung unserer Kinder- und Jugendförderung unter schwierigen Bedingungen möchte ich auch meinen Dank aussprechen.

Mein Wunsch wäre, dass die Gemeinde in einer der Kitas Räumlichkeiten für ein Familienzentrum plant. Das wäre Grundlage für die Schaffung einer Bildungslandschaft, eine koordinierte Vernetzung der Angebote der Gemeinde, von Vereinen und anderen Trägern von Betreuungsangeboten im Ort für Kinder im Alter von Null bis 12 Jahren.

 

Sportförderung

Neben der jährlichen Sportförderung in allen Sparten stellt die Gemeinde dem TC Erzhausen für Teile seines umfassenden Sanierungs- und Ausbaukonzepts, die Allwetterplätze und die Beleuchtung, in diesem und im kommenden Jahr jeweils 50.000 EUR zur Verfügung.

 

Ärzteversorgung

Unsere Ärzte hatten einen Austausch mit der Repräsentantin der Medizinischen Versorgungszentren des Landkreises. Eine Zusammenarbeit war aber für die ortsansässigen Ärzte nicht interessant genug, der Landkreis im vorgeschlagenen Konzept zu dominant. Lieber kümmern unsere Ärzte sich eigenverantwortlich um ihre Nachfolger. Letztlich ist die Entscheidung eine privatwirtschaftliche und keine öffentlich-rechtliche. Auch wenn das subjektive Empfinden der Patienten ein anderes ist, aus Sicht der Kassenärztlichen Vereinigung ist Erzhausen aktuell weitgehend abgedeckt. Das gilt unter Einbeziehung der Nachbarorte im kassenärztlichen Einzugsbereich auch für Fachärzte. Die Gemeinde kann allerdings mit Standortfaktoren wie zum Beispiel S-Bahn-nahen geeigneten Räumlichkeiten helfen, Ärzte anzuziehen. 

 

Ortsentwicklung - Bauen

Schnell geht anders. Und ich kann nachvollziehen, wenn die Öffentlichkeit weiterhin den Eindruck hat, dass zu wenig passiert – wartet sie doch auf sichtbare Zeichen der Veränderung. Anders ist es, wenn man im „Maschinenraum“ der Verwaltung steckt und erlebt, wie viele Themen dort von wenigen Mitarbeitern verarbeitet werden. Ich möchte Sie an einigen der Vorhaben teilhaben lassen.

Für die Enderschließung des Baugebietes Hainpfad (In den Leimenäckern und Im Bensensee) sowie für den Ausbau der Brühlstraße bis zum Kirchweg steht die Vergabe der Arbeiten bevor, sobald der Haushalt für 2021 wirksam ist. Für die Anwohner ist endlich ein Ende des Provisoriums in ihrem Wohngebiet absehbar. Wir haben alle erwartet, dass die Brühlstraße Ende 2020 fertig ist. Aber nach Änderungswünschen der Polizei und der Kreis-Straßenverkehrsbehörde musste die Planung noch einmal angepasst werden.

Die Offenlage zur Änderung des Bebauungsplanes als Grundlage für den Neubau der Kita Hainpfad haben Sie im letzten Erzhäuser Anzeiger gesehen. Wenn nicht unerwartete Hindernisse auftreten, kann die weitere Planung in Kürze Fahrt aufnehmen. Das bedeutet allerdings auch, dass die ruhenden Planungen für das Freizeitgelände wieder aufgenommen werden müssen. Wir können den Kindern nicht das bisschen Spielfläche am Spielplatz Hainpfad und die Skaterbahn wegnehmen, bevor an anderer Stelle Ersatz geschaffen wurde. Es ist Geld für ein mobiles Soccerfeld eingeplant. Aber das allein reicht nicht. Wenn die Baumaßnahmen für die Kita Hainpfad beginnen, muss ein Spiel- und Freizeitgelände für die Kinder und Jugendlichen im Ort zur Verfügung stehen.

Vom Hainpfad zu dem geplanten Wohngebiet Die vier Morgen. Der weitere Fortschritt musste die Ergebnisse der von der HLG initiierten Prüfung, ein Plus-Energie-Wohngebiet zu bauen, abwarten. Parallel erstellte die Baulandoffensive ein Gutachten zur Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit des zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums angestoßenen Vorhabens. Beide Expertisen werden vom Land gefördert. Die Ergebnisse sind für die anstehenden Entscheidungen der Gemeindevertretung bei der Vermarktung und der konkreten Ausgestaltung wichtig. Zwischenzeitlich ist die Erschließungsplanung für die Straßen, die Kanalisation und die Leitungen fertig. Das Planungsbüro hat uns außerdem eine attraktive Grünflächenplanung für den zentralen Bereich des Quartiers und die Versickerungsflächen vorgelegt. Es ist beabsichtigt, die Umlegung jetzt zeitnah durchzuführen, damit die Erschließung beauftragt werden kann. Die Kriterien, wie die Grundstücke für Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser an die Interessenten vergeben werden sollen, sind aktuell in der politischen Beratung und könnten am 22. Februar verabschiedet sein. In diesem Wohngebiet ist weiterhin ein Gebäude für das Leitbild-Projekt Gemeinschaftliches Wohnen vorgesehen. Die Auswahl der Kita-Trägerschaft wird das neue Parlament treffen dürfen, bevor die Planung der dortigen neuen Kita aufgenommen werden kann.

Weiter geht es in die Industriestraße, die ein Budget für die Straßensanierung bekommen hat. Bevor aber im südlichen Bereich die Bauarbeiten in der Industriestraße 14 und 15 weitgehend fertig gestellt sind, macht es keinen Sinn, mit der Straßensanierung zu beginnen. Aktuell wird geprüft, ob die Gehwegsanierung und die Beleuchtung sinnvoll während der Bautätigkeiten vorgenommen werden können. Der Erwerber des ehemaligen AWO Seniorenzentrums in der Industriestraße 15 ist aktuell dabei, das Gebäude abzureißen. Die neuen Gebäude werden ähnlich denen auf dem Nachbargrundstück gebaut werden. Nicht jeder ist glücklich über den Abriss. Alternativ, aber ohne Mehrheit, war die Weiternutzung zu sozialen Zwecken verfolgt worden. Sozialer Wohnraum ist wichtig, aber das Gebäude war ungeeignet. Immer wieder kam es konstruktionsbedingt in dem Gebäude zu Leitungsbrüchen und Schäden, die einen Versicherungsselbstbehalt im mittleren fünfstelligen Bereich nach sich gezogen hatten. Aufgrund der letzten Sanierung stand das Gebäude bereits mit einem weit über dem Marktwert liegenden Buchwert in der Bilanz der Gemeinde. In der privaten Wirtschaft wäre der Wertverlust längst durch eine Korrektur des Buchwertes realisiert worden. Eine weitere Sanierung durch die Gemeinde wäre wirtschaftlich auch unter Berücksichtigung von Mieteingängen nicht vertretbar gewesen.

Die Planung der vom Erwerber der Industriestraße 14 und 15 zu bauenden Lärmschutzwand nimmt bereits Gestalt an. Ich bin sehr gespannt, ob dies ein Beispiel ist, das für das verbleibende Zwischenstück einen privaten Bauherrn zur Nachahmung findet. Die Gemeinde hat ihre Planung für die große Lärmschutzwand aufgrund der Petition der Anwohner zunächst zurückgestellt, könnte aber notfalls jederzeit weitermachen. Auch von Seiten der Bahn ist Lärmschutz im Rahmen eines Lärmsanierungsplanes vorgesehen. Wann dieser umgesetzt werden soll, ist bislang allerdings nicht bekannt.

Ebenfalls im Planungsstadium befinden sich weitere größere Vorhaben, über die ich im kommenden Jahr mehr berichten werde: die Behebung der baulich bedingten Brandschutzmängel verbunden mit der Aufstockung des Rathauses, die Planung eines Helfer-Retter-Zentrums und die Neugestaltung des Friedhofs. Zur Umsetzung in 2021 soll die energetische Sanierung des Bürgerhauses kommen und bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Außerdem sollen am Bahnhof abschließbare zusätzliche Fahrradabstellmöglichkeiten entstehen.

Zur Finanzierung der Vorhaben steht ein größeres Guthaben zur Verfügung, das auch den Investitionsstau der letzten Jahre belegt. Außerdem gibt es für einige der Vorhaben Fördermittel, und ein von der HLG kalkulierter Überschuss aus dem Baugebiet Die vier Morgen dient insbesondere der Gegenfinanzierung für den Bau der dortigen Kita. In 2021 ist die Aufnahme von Investitionskrediten nicht erforderlich, Erzhausen gehört damit weiterhin zu den hessischen Kommunen mit der niedrigsten Verschuldung.

 

Digitalisierung 

Jeder will aktuell die Digitalisierung vorantreiben, und an den Antwortzeiten unserer Anbieter merken wir, wie eng die Kapazitäten am Markt sind. Trotzdem geht es voran mit dem Aufbau der neuen Homepage. Wir sind schon recht ungeduldig und freuen uns darauf, Ihnen einen einfachen und übersichtlichen digitalen Zugang zu den Angeboten und Leistungen der Gemeinde zu ermöglichen. Gerne würde ich hinzufügen „in den kommenden Wochen“, aber es hat sich gezeigt, dass in diesem Bereich eine seriöse Angabe von Zeiträumen aktuell nicht möglich ist.

Sie vermissen die Deutsche Glasfaser, die Glasfaserleitungen in alle Haushalte legen wollte? Die wollte Anfang Dezember mit der Vermarktung beginnen, hat dies aber wegen der Corona-Entwicklungen verschoben. Ein neuer Starttermin steht noch nicht fest. 

 

Verkehr – Wege - Plätze

Priorität hat der barrierefreie Umbau der Kreuzung Bahnstraße/Annastraße/Mainstraße und entlang der Annastraße Richtung Süden. 

Wir haben 2020 einige kleinere Vorhaben im Ort zur Regelung des Verkehrs umgesetzt und dafür sowohl Lob als auch Kritik bekommen. Darunter waren verlängerte Halteverbote an diversen Kreuzungseinmündungen, das Einrichten von Parken nur in dafür vorgesehenen Parkplätzen in der Annastraße, Bahnstraße und der Hauptstraße sowie Einbahnstraßenregelungen in der Lessing-/Hebbelstraße, der Seestraße und der Magdalenenstraße. Neben diesen einfachen Maßnahmen gäbe es einige schöne, aber nicht ganz preisgünstige Lösungen, beispielsweise das Quartier Neckarstraße aufzuwerten, indem die für das Parken weitgehend zu schmale Neckarstraße verkehrsberuhigt wird und damit Parken in eingezeichneten Flächen ermöglicht wird. Für diese und andere Maßnahmen wäre jetzt eine professionelle Verkehrsplanung sinnvoll. 

Die Verlängerung der Ostendstraße nach Egelsbach ist nicht vom Tisch, die hatte ich im letzten Gespräch mit dem CEO des neuen Mehrheitseigentümers des Flugplatzes angesprochen. Nachdem die Gesellschaft mit dem Vorgänger einen Beschluss gegen die Unterstützung gefasst hatte, zeigte sich Herr Adrian der Idee gegenüber offen, sofern die Straße den Flugbetrieb nicht einschränkt oder behindert. Ich habe zur Kenntnis genommen, dass diese Lösung nicht nur Befürworter hat und eine Umgehungslösung im Westen alternativ aufgezeigt wird. Der ganze Osten des Ortes würde dann allerdings gezwungen, den Ort zu durchqueren, wenn er nicht an der Schranke warten will. Auch diese großen Linienführungen bedürfen einer fachlichen Untersuchung.

Zum Schluss ein paar Worte zur Pflege des Ortes. Im Ort konnte man 2020 eine ganze Zeitlang gepflegte Grünflächen, Wege und Anlagen sehen. Es war sofort zu sehen, wenn die Bauhofmannschaft weitgehend vollständig war. Zeitweise wurde sie zusätzlich durch zwei Saisonkräfte unterstützt. Das war auch notwendig, denn die fünfzehn neuen Hundekotstationen benötigen deutlich mehr Zeit. Und auch das vermehrte Reinigen der Bahn-Unterführung, die nun regelmäßig zweimal pro Woche, manchmal dreimal gereinigt wird, braucht seine Zeit. Für 2021 ist dem Bauhof von der Gemeindevertretung ein Budget zur Anschaffung weiterer Geräte eingeräumt worden, die seine Arbeit künftig erleichtern und beschleunigen werden.

Ein großes und notwendiges Vorhaben in 2020 war das Anlegen des Baumkatasters. Jetzt sind die lange vernachlässigten Baumpflegearbeiten entsprechend den festgelegten Prioritäten durchzuführen. Nicht alles geht sofort, aber an einigen Stellen im Ort ist der Beginn mit diesen Arbeiten bereits sichtbar.

Die abgenutzten roten Fahrradstreifen in der Bahnstraße müssen abgeschliffen und in geeigneter Weise neu angelegt werden. Das ist aber Sache des Landkreises, und wir müssen uns dort offensichtlich mehr Gehör verschaffen.

Um die großen Löcher in den Spazierwegen rund um den Ort müssen wir uns zeitiger kümmern. Leider dauert es, wenn landwirtschaftliche Geräte diese Wege befahren, nur wenige Wochen, bis die Löcher wieder sichtbar werden. Trotzdem ist es notwendig, die Wege regelmäßig auszubessern und das dafür notwendige Budget vorzuhalten. Die Ortseingänge sollen mit schönen Stauden bepflanzt und optisch aufgewertet werden. Und zwischen der Gemeinde und den Aktiven des Leitbildprojektes Grünflächen fand ein Gespräch über die Organisation von Patenschaften für Grünflächen und Baumscheiben im Ort statt. Umsetzen ist jetzt das Stichwort.

 

Dank

Ich danke meinem Verwaltungsteam im Rathaus, im Bauhof, in den Kitas, der Bücherei, dem Kinder- und Jugendzentrum und der Lessingschule für die engagierte Arbeit für die Gemeinde und ihre Einwohner im vergangenen Jahr. Einen ganz besonderen Dank möchte ich auch dem ehrenamtlichen Team der Kleiderkammer, dem WIR-Team und dem Ortskundlichen Arbeitskreis zukommen lassen, die sich durch Corona nicht haben abhalten lassen und weiterhin engagiert für den Ort da waren. Vielen Dank an meine Vorstandsmitglieder und die Gemeindevertretung für die konstruktive und disziplinierte Zusammenarbeit in den letzten zwei Jahren. Es war mir eine Freude, mit Ihnen zusammenzuarbeiten.

 

Liebe Erzhäuserinnen, liebe Erzhäuser, gehen Sie wählen oder nutzen Sie die Briefwahl und wählen Sie diejenigen Personen in die Gemeindevertretung, mit denen es gelingt, unser Erzhausen und seine Gemarkung als lebenswerten Ort stimmig und kontinuierlich weiter zu entwickeln. 

Ich wünsche Ihnen für das Jahr 2021 von ganzem Herzen Glück, Erfolg und vor allem Gesundheit!

 

Ihre Claudia Lange

 

Erzhausen, 26. Januar 2021


 

 


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