Grundschulnest

Grundschulnest

Grundschulnest

Am 19. Juli 1993 beschloss die Gemeindevertretung, die Lessingschule in ihren Bemühungen zur Einrichtung einer betreuenden Grundschule außerhalb der Unterrichtszeiten zu unterstützen.

Nach Gesprächen mit der Schulleitung war diese bereit, den Sozialraum für Aufgaben der betreuenden Grundschule zur Verfügung zu stellen. Am 06. September 1993 beschloss die Gemeindevertretung, für die Erstausstattung bis zu 5.000,00 DM zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig sollte eine Trägerschaftsgründung erfolgen.

Die Gründung des Vereins „Grundschulnest e.V.“ erfolgte am 12. November 1993; am gleichen Tage trat die Vereinssatzung in Kraft. Mit der Betreuung der Kinder wurde am 01. Februar 1994 begonnen.

Noch im Jahr 1993 hatte die Schulleitung der Lessingschule die Aufnahme in das Programm „Betreuende Grundschule“ für das Schuljahr 1994 / 1995 beantragt. Dies kam allerdings nicht zum Tragen, da die räumlichen Voraussetzungen in der Lessingschule nicht erfüllt werden konnten. Als Alternativen wurden die Anmietung der ehemaligen Pfarrscheune, die Errichtung eines Schulpavillons auf gemeindeeigenem Gelände, die Umsetzung des Holzhauses der heutigen Kindertagesstätte „Am Hainpfad“ auf gemeindeeigenes Gelände (jeweils in unmittelbarer Nähe zur Grundschule) und die Mitbenutzung von zwei Gruppenräumen der ehemaligen Schillerschule ins Gespräch gebracht. All diese Möglichkeiten wurden vom Gemeindevorstand zunächst wegen der erkennbar hohen Kosten verworfen. Hinzu kam, dass zu diesem Zeitpunkt nur 3 Kinder betreut wurden.

Durch Beschluss der Gemeindevertretung vom 28. Februar 1994 war zu prüfen, ob die Räume in der Lessingschule nochmals genutzt werden könnten. Ab dem Schuljahr 1995 / 1996 wollte die Gemeinde geeignete Räume zur Verfügung stellen. Hierbei wurde die Nutzung einer freien Wohnung im alten Rathaus favorisiert.

Mit Schreiben vom 07. Juni 1994 teilte die Kreisverwaltung mit, dass die Lessingschule nicht in die Landesförderung für das Schuljahr 1994 / 1995 aufgenommen werden konnte.

Im November 1994 wurden 12 Kinder betreut; im Februar 1995 bereits 25.

Bald darauf wurde bekannt, dass die ehemalige Pfarrscheune der Ev. Kirchengemeinde Erzhausen frei würde und ab dem 01. Januar 1996 für die Unterbringung der betreuenden Grundschule gepachtet werden könne.

Als Interimslösung beschloss der Gemeindevorstand am 11. Juli 1995 die vorübergehende Mitnutzung eines Raums in der ehemaligen Schillerschule.

Am 28. Februar / 14. März 1996 wurde der Pachtvertrag zwischen der Ev. Kirchengemeinde und der Gemeinde Erzhausen zur Nutzung der ehemaligen Pfarrscheune für schulische Zwecke abgeschlossen. Er hat eine Laufzeit von 10 Jahren und endet am 28. Februar 2006. Der Gemeinde als Pächterin obliegt die Herstellung der Räume, die laufende Unterhaltung und die laufenden Ausbesserungen sowie die Verkehrssicherungspflicht für das Grundstück.

Eine erste Kostenschätzung endete mit einem Betrag von ca. 117.000,00 DM (ca. 59.800,00 €) für die Renovierung des Gebäudes. Inklusive der Architektenleistung wurden dann nur ca. 100.000,00 DM (ca. 51.000,00 €) verausgabt.

Am 25. Januar 1997 wurden die beiden Räume der alten Pfarrscheune mit einer Fläche von rd. 100 m² bei einem Tag der offenen Tür für ihre künftige Nutzung freigegeben. Im Juli 1997 wurden 33 Kinder aus der 1. bis 3. Schulklasse betreut.

Im Januar 1999 wurden 36 Kinder betreut. Dies führte bei der Nutzung der Pfarrscheune zu Engpässen im Raumangebot. Nicht zuletzt ist in der Pfarrscheune nur eine Toilette vorhanden, die von Betreuerinnen und Kindern gleichermaßen genutzt wird. Dies gab Anlass zu erneuten Überlegungen, Räumlichkeiten der Lessingschule mit zu nutzen. Ergebnis war eine Vereinbarung zwischen der Gemeinde und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg zur Nutzung des Lehrerzimmers (17. März 1999).

Im Sommer 1999 wurden neben der Pfarrscheune zwei Container (Nutzfläche insgesamt ca. 60 m²) aufgestellt, um die drängendsten Platzprobleme zu lösen. Bei einer Mietdauer von 60 Monaten entstehen monatliche Mietkosten in Höhe von rd. 480,00 DM (ca. 245,00 €). Trotzdem war die Kapazität bei nunmehr 50 zu betreuenden Grundschülern sehr schnell ausgeschöpft.

Im Jahr 2001 wurden zwei weitere baugleiche Container aufgestellt. Bei einer nunmehr vorhandenen Fläche von rd. 220 m² wurden weiterhin ca. 60 Kinder betreut.

In derart getrennten Räumen ist eine pädagogische Betreuung der Grundschüler nur schwer zu bewerkstelligen. Es wurde daher beschlossen, in unmittelbarer Nähe der seitherigen betreuenden Grundschule das alte Feuerwehrgerätehaus sowie ein benachbartes leerstehendes Gebäude abzureißen und ein neues Gebäude zu errichten.

Mit der Planung wurde das Architekturbüro Männle aus Darmstadt beauftragt.

Der entsprechende Bauantrag ging am 26. September 2001 bei der Kreisbaubehörde ein.

Ursprünglich sollte das Gebäude direkt an der westseitigen Nachbargrenze errichtet werden. Leider war nicht von allen Nachbarn die Zustimmung zur Grenzbebauung zu erhalten. Darum wurde im laufenden Genehmigungsverfahren eine Umplanung vorgenommen und das Gebäude um 3 m zurückversetzt.

Die Teilbaugenehmigung für die Abbrucharbeiten und die Bodenplatte wurde am 21. März 2002 erteilt; die endgültige Baugenehmigung datiert vom 29. April 2002.

Das Gebäude ist in einer Holzständerbauweise errichtet. Dabei handelt es sich um eine Fachwerk-Konstruktion, die im Innenbereich mit Gipsfaserplatten verkleidet ist und im Außenbereich mit einem mineralischen Putz auf Heraklithplatten versehen wurde. Ein Flächenangebot von ca. 450 m², auf zwei Geschosse verteilt, ermöglicht die Aufnahme von bis zu 100 Grundschülern. Darüber hinaus ist ein ca. 300 m² großes Freispielgelände vorhanden, das noch hergerichtet und durch Anpflanzungen ergänzt wird. Derzeit sind inklusive des Architektenhonorars und aller Gebühren ca. 565.000,00 € für den Bau des Gebäudes veranschlagt. Hinzu kommen noch die Kosten für eine Photovoltaik-Anlage mit geschätzten Kosten von rd. 13.000,00 € einschließlich des Ingenieur-Honorars.

Die Abbrucharbeiten begannen am 03. April 2002 und waren bereits am 06. April 2002 beendet. Die Bauarbeiten selbst konnten in nur 5 Monaten nahezu abgeschlossen werden. Leider kam es bei den Gewerken „Verputzarbeiten“ und „Schreinerarbeiten“ zu einem Wechsel der beauftragten Firmen und damit zu Verzögerungen im Bauablauf. Um den Betrieb im Grundschulnest nicht zu stören, wurden alle noch ausstehenden Arbeiten in den Herbstferien abgeschlossen.

Bedingt durch die verstärkte Nachfrage wurde es notwendig, im Obergeschoss der betreuenden Grundschule einen Speiseraum für 30 Kinder anzubauen.

Dieser Raum entstand in Holzrahmenbauweise an der Westseite des bestehenden Gebäudes auf der früheren Terrasse. Geschaffen wurde eine ebenengleiche, offene Verbindung zum bestehenden Ruheraum. Der Ruheraum selbst wurde um eine kleine Küchenzeile für die Essensausgabe und die Reinigung des anfallenden Geschirrs ergänzt. Um eine einheitliche Dachkante zu erhalten, wurde die Höhe des Bestandsdachs für den Anbau übernommen.

Der Bauantrag wurde am 14. Februar 2008 beim Kreisbauamt zur Genehmigung eingereicht; die Baugenehmigung datiert vom 24. April 2008. Mit den Bauarbeiten wurde am 09. Juni 2008 begonnen. Die Fertigstellung und Übergabe erfolgte zum Schuljahresbeginn nach den Sommerferien.

Inklusive den Planungsleistungen wurden Aufträge in Höhe von rund 89.000,00 € vergeben. Nach Abrechnung der Maßnahme konnte bei Ausgaben von rund 80.000,00 € eine Einsparung von rund 9.000,00 € erzielt werden.